Eine kleine Geschichte...


 

Ein Reiter hatte sich in ein Pferd verliebt und es gekauft, das - ganz ehrlich gesagt - weder mit einem besonders schönem Gebäude noch mit einem besonders netten Charakter noch mit einer guten Gangveranlagung gesegnet war. Im Klartext: es war überbaut, mit kurzem, tief angesetztem Hals und fester Lende, es war unkooperativ und zeigte auf zehn Metern fünf verschiedene Gänge.. Wenn auch nicht beim Kauf, so doch kurze Zeit darauf wurde sich der Reiter dieser Problematik durchaus bewusst. Er war sehr engagiert, bildete sich fort, besuchte Kurse und Seminare, las Bücher und führte Fachgespräche. Und doch stieß er mit diesem Pferd natürlich immer wieder an Grenzen. Fortschritte stellten sich ein, aber doch recht gering und langsam. Eines Tages wurde er von einigen Mitreitern gefragt, ob er nicht manchmal frustriert sei oder mal ein anderes Pferd reiten wollte und er antwortete: "Keinesfalls. Dieses Pferd hat sich vorgenommen, mir Reiten beizubringen!"


Wir müssen vom Pferd lernen; nur dann kann es von uns lernen! In diesem Sinne stellt uns jedes Pferd vor neue Fragen und vor neue Herausforderungen. Solange wir unseren Geist dafür offen halten wirklich zu sehen und wirklich zu fühlen, beschreiten wir zumindest einen möglichen Weg.

Wer wirklich reiten lernen möchte, der lernt sein Leben lang.

(Quelle: A.Jänisch / K.Stührenberg)