Dressurlehrgang mit Tobias Schuh
auf dem kleinen Pferdehof in Henstedt-Ulzburg am 20.10. - 22.10.06
Mein erster Dressurlehrgang mit Tobias Schuh fand mit fünf weiteren Teilnehmern vom 20. bis 22. Oktober auf dem kleinen Pferdehof von Margitta und Anika Heinsohn statt. Unser Problem bestand darin, dass Kimi nicht mehr fließend traben konnte oder wollte. Da ich alle organischen Schäden durch diverse Untersuchungen ausschließen konnte, lag es nunmehr entweder an ihrer Zickigkeit oder an meinem Unvermögen – für beides benötigten wir Hilfe!
Da der ganzheitliche Ansatz von Tobias sowohl den Ausbildungsstand des Pferdes und Reiters, als auch innere und äußere Einflüsse berücksichtigt, schien mir dieser Lehrgang genau richtig für uns. Um individuell auf jeden Teilnehmer eingehen zu können, führte Tobias zuerst mit jedem ein Vorgespräch. Hierbei ging es um drei wesentliche Dinge in meinem Leben: mein Hobby „Reiten“ und die Erwartungen an den Lehrgang, meine berufliche Situation sowie mein Privatleben. Neben notwendigen Informationen über das reiterliche Können schaffte Tobias damit Raum, sich einfach mal den Frust von der Seele zu reden. Und mit ihm einen aufmerksamen Zuhörer zu haben, der auf jede Situation verständnisvoll eingeht und gemeinsam versucht, passende Lösungen zu erarbeiten. Ich fühlte mich nach dem kurzen, intensiven Gespräch von meinem alltäglichen Ballast befreit und hatte den Kopf frei, um mich voll und ganz auf mein Pferd zu konzentrieren.
Optimal vorbereitet ging es zur Praxis: Nacheinander zeigte jeder von uns, wie wir reiten. Tobias beobachtete, erfragte bzw. hinterfragte weiter und sofern vom Reiter gewünscht, überzeugte er sich persönlich vom Leistungsstand des Pferdes und stieg in den Sattel. Für mich war das ein besonderer Moment: Bis dahin wollte sich kaum jemand auf mein Pferd setzen, aber ich hatte bestimmt über 100 gute Ratschläge erhalten, wie wir es besser machen könnten. Tobias zeigte es mir! In nicht einmal drei Tagen habe ich soviel über mich und mein Pferd gelernt, dass Kimi und ich als Team zurück nach Hause geritten sind. Ich durfte erfahren, wie es im Einklang mit meinem Pferd sein kann. Dabei darf ich Kimi fördern, aber niemals überfordern. Und ihr auch nur das Abverlangen, was ich ihr selber bieten kann.
Tobias hat in der Zeit viel an meiner Körperspannung gearbeitet.
Er hat mir gezeigt, wie sich Kimis Körper und ihre Vorwärtsbewegung in Abhängigkeit von meinen Sitz verändert. Das sie meine Spannung braucht, um sich beim Reiten anzulehnen und damit Vertrauen aufzubauen. Wie sie dadurch locker wird und ihre Bewegungen freier werden. Und wie sie ihre eigene Lust am Vorwärtslaufen wieder neu entdeckt und mir damit zeigt, dass wir unseren gemeinsamen Weg gefunden haben. Es gibt für mich kaum etwas Schöneres, als die freudige Bereitschaft meines Pferdes zu spüren, wenn wir auf dem Platz gemeinsam Übungen erarbeiten. Wir haben dadurch in so kurzer Zeit soviel erreicht, was niemals ohne Kimis Willen möglich gewesen wäre.

Danke Tobias!

Text: Karen Schulze  
   
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